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Die
psychische Krankheit
Psychisch
Kranke sind Menschen wie wir. Nicht ein völlig Andersartiger
steht uns da gegenüber, sondern ein Mensch, der Probleme hat,
wie jedermann. Nur ein bisschen kompliziertere, verschärftere,
an denen er schwerer trägt als andere. Aber auf der anderen
Seite ist doch von Krankheiten die Rede, die zwar jedermann haben
könnte, die aber nicht jedermann hat. Psychisch krank werden
entspricht einem unbekannten Weg, auf den man sich verirrt: die
familiären Anhaltspunkte sind verschwunden. Der Erkrankte verirrt
sich auf unbekannten Wegen, und die Wirklichkeit ist für ihn
nur noch ein Durcheinander ohne Ausweg. Die einfachsten Dinge verlieren
ihre übliche Bedeutung.
Egal,
um welches psychische Problem es sich handelt, die betroffene Person
verliert langsam den Kontakt zu den Menschen, die sie umgeben und
wird unerreichbar. Psychisch Kranke verbergen sich in ihrer eigenen
Welt.
Psyche
ist der griechische Ausdruck für "Geist". Ein psychisches
Problem ist damit verbunden, wie man empfindet, denkt, spürt
und reagiert. Körper und Geist handeln und denken gemeinsam.
Mögliche
Ursachen psychischer Erkrankungen
Bis
heute weiss niemand genau, wie psychische Krankheiten entstehen
und alles spricht dafür, dass es nicht nur eine Ursache gibt.
Weder
biologische, genetische, somatische, psychosoziale noch biochemische
Faktoren können für sich allein die Auslöser sein.
Nur ihr Zusammenwirken kann bei einem besonders empfindsamen Menschen
zu einer psychischen Erkrankung führen.
Aufbauend
auf diese Erkenntnis hat sich in der modernen Psychiatrie das "Vulnerabilitäts-Stress-Konzept"
durchgesetzt. Es bedeutet, dass Menschen mit einer erhöhten
Empfindsamkeit auf Dauerstress und Überforderung, aber auch
auf Schicksalsschläge mit einer Psychose reagieren können.
Sie
haben eine dünnere Haut als andere und können sich gegen
die Aussenwelt schwerer abgrenzen und schützen.
Da
Menschen dazu neigen, für Ungebreifliches Erklärungen
zu suchen, hat man in der Vergangenheit immer wieder die Schuld
an psychischen Erkrankungen den Angehörigen zugewiesen. Heute
weiss man, dass diese Denkrichtung einer der vielen Irrwege der
psychiatrischen Forschung war.
Die
"schizophrenogene Mutter" : es gibt sie nicht !
Unser
Hinweis:
Für
Schuldgefühle und schlechtes Gewissen besteht kein Grund !
Sie lähmen und binden Ihre Kraft ! Ihr Verhalten hat auf
die Entstehung der Krankheit keinen Einfluss !
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